Unser Beitrag zur neuen Altstadt

In den vergangenen Jahrzehnten diente das Dom-Römer-Quartier als Versuchsfeld für allerlei architektonische Experimente und stadtplanerische Tollheiten. Das Ergebnis war ein völlig amorphes Konglomerat verschiedenster Stilrichtungen. Die Moderne hat es nicht geschafft, an dieser herausragenden Stelle Frankfurts ein urbanes Quartier zu etablieren. Der überdimensionierte Waschbetonbau des Technischen Rathauses wurde Anfang der 1970er Jahre in den Kernbereich der Frankfurter Altstadt gestellt. Mit dem Entschluss, das Technische Rathaus nach rund 35 Jahren wieder abzureißen, war der Weg frei für eine Neubebauung.

2005 Der Neubebauungsentwurf des Architekturbüros KSP - Engel und Zimmermann wird vom Stadtplanungsamt preisgekrönt. Der Entwurf sieht eine moderne Bebauung vor, ohne einen Bezug zur Identität Frankfurt.
September 2005 Die Fraktion der "Freien Wähler BFF" reicht einen Antrag im Stadtparlament ein. Nach diesem Antrag soll im Gegensatz zum Entwurf von KSP eine kleinteilige Bebauung des Areals mit historischer Gassenführung, einigen Rekonstruktionen und angepasster historisierender Architektur vorgenommen werden. Der junge Offenbacher Bauingenieur Dominik Mangelmann stellt eine Realisierungsstudie für eine historische Rekonstruktion des Areals vor. Diese beinhaltete Kostenkalkulationen und Anregungen zur Baustellenorganisation.
März 2006 Der junge Diplomgeograf Jörg Ott ergänzt die Studie durch einen virtuellen Stadtrundgang als 3-D-Modell.
September 2006 Vereinsgründung von Pro Altstadt nach einer Bürgerdiskussions-Veranstaltung im historischen Museum. Seitdem wird dem Engagement aller Bürger, die sich für den Altstadtwiederaufbau einsetzen, ein organisatorischer Rahmen gegeben. In den folgenden Monaten gesellen sich neben den beiden Vätern der Wiederaufbau-Initiative Wolfgang Hübner und Claus Wolfschlag zahlreiche weitere Unterstützer um den Verein Pro Altstadt: Der Kulturverein "Freunde Frankfurts", die "Junge Union", die "Aktionsgemeinschaft archäologischer Garten", der Architekt Peter Westrup und der Marketingfachmann Jürgen Aha. Weitere zahlreiche Mitglieder von Pro Altstadt beteiligen sich in den kommenden Monaten aktiv am "Dom-Römer-Sonderausschuß", den die Stadt als Entscheidungsgremium einrichtet oder an der "Planungswerkstatt", bei der ausgewählte Frankfurter Bürger unter Aufsicht des Stadtplanungsamtes beratend zusammenfinden. Zahlreich ist in den kommenden Monaten auch das Engagement bei vielen Diskussions- und Podiumsveranstaltungen sowie Infoständen.
Februar 2007 "Pro Altstadt" veranstaltet gemeinsam mit den "Freunden Frankfurts", der "Aktionsgemeinschaft archäologischer Garten" und dem Architekten Peter Westrup einen großen Infostand auf der Fressgass.
März 2007 "Pro Altstadt" beteiligt sich an der Bürgerdiskussion in der Alten Oper. Die Veranstaltung wird von "Freunde Frankfurts" initiiert. Der bekannte Architekt Léon Krier ist ebenfalls Diskussionsteilnehmer.
Mai 2007 Die "Frankfurter Rundschau" und die "Frankfurter Sparkasse" laden die Vereinsvorsitzende Heidrun Christensen zur Teilnahme an der Podiumsdiskussion zum Thema "Altstadtwiederaufbau" ein.
September 2007 Die Stadt entscheidet sich für eine kleinteilige Bebauung des Dom-Römer Areals und gibt bekannt, nach dem Abriss des Technischen Rathauses sieben historische Häuser am alten Standort auf eigene Kosten originalgetreu zu rekonstruieren. In den kommenden Jahren setzt sich Pro Altstadt für eine weitestgehende Rekonstruktion des gesamten DomRömer Areals ein.
September 2013 "Pro Altstadt" sammelt über 10.000 Unterschriften für das Bürgerbegehren "Rettet die Altstadt". Das Bürgerbegehren hat das Ziel, auf dem DomRömer Areal historische Bauten zu errichten anstelle moderner Gebäude. Pro Altstadt wendet sich damit gegen weitere architektonische Versuche auf dem Areal der Keimzelle Frankfurts.
Am 9. September präsentierte Pro Altstadt mitten auf der Fressgass das neue Plakat und die Unterschriftenlisten. Mit am Stand ist prominente Unterstützung wie Eintracht- Präsident Peter Fischer und Ernesto Melber, Urgroßneffe von J.W. von Goethe, sowie Cornelia Bensinger, Vorsitzende von Pro Altstadt e.V.
Fischer Melber Bensinger
Oktober 2016 Der Druck der Bürger - nicht zuletzt auch der des Vereines "Pro Altstadt"- brachte die politisch Verantwortlichen zu einem stärkeren architektonischen Geschichtsbewusstsein. Im Oktober 2016 wurde das Richfest der neuen Altstadt gefeiert - darunter 14 Rekonstruktionen! Dieser Erfolg ermutigt uns, uns für weitere Rekonstruktionen im Frankfurter Stadtgebiet einzusetzen.